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Aston Villa gewinnt nach 44 Jahren den ersten Europapokaltitel mit einem 3:0-Kantersieg gegen Freiburg

Aston Villa beendet eine 30-jährige Durststrecke mit einem 3:0-Sieg gegen Freiburg in Istanbul. Tielemans, Buendia und Rogers erzielten die Tore für Emery, der damit seinen fünften Europa-League-Titel gewinnt.

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Aston Villa Europa League winners 2026

Istanbul hat geliefert. Aston Villa ist Europa-League-Sieger.

Dreißig Jahre ohne Titel. Vierundvierzig Jahre ohne Europapokaltitel. All das endete am Mittwochabend im Tüpraş-Stadion, wo Youri Tielemans, Emi Buendia und Morgan Rogers Freiburg in einer der überzeugendsten Europapokalfinalleistungen eines englischen Klubs seit Jahren bezwangen.

Das Ergebnis spricht für sich. Doch es beschreibt nicht wirklich die Bedeutung dieses Abends.

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Der Spielverlauf

Die ersten 40 Minuten waren ausgeglichen. Freiburg, zum ersten Mal in einem Europapokalfinale, wollte nicht nur dabei sein. Sie setzten Villa unter Druck, kämpften und forderten sie heraus. Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware, und lange Zeit schien alles möglich.

Dann kam Tielemans.

Morgan Rogers lupfte den Ball hoch und weit zum hinteren Pfosten und legte ihn Tielemans für einen gewagten Schuss aus 15 Metern auf, der weit am Tor vorbeiging. Doch Tielemans hämmerte den Ball zurück vor das Tor und versenkte ihn im langen Eck. 41 Minuten waren gespielt. Das Spiel hatte sich schlagartig gewendet.

Emi Buendia erhöhte drei Minuten nach Beginn der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem herrlichen Schlenzer vom Strafraumrand mit seinem schwächeren linken Fuß auf 2:0. Zwei Tore der Extraklasse, kurz vor der Halbzeit. Freiburgs Abend war praktisch gelaufen, noch bevor sie die Kabine erreicht hatten.

Nach einer brillanten Dribbling-Aktion von Buendia auf dem Flügel setzte sich Rogers in der 58. Minute gegen Philipp Lienhart durch und stocherte eine flache Hereingabe am kurzen Pfosten ins Tor. In diesem Moment brachen die mitgereisten Villa-Fans in Istanbul endgültig aus. 3:0. Die Party hatte begonnen.

Freiburg versuchte in der zweiten Halbzeit noch einmal zurückzukommen, aber es reichte nicht mehr. Emiliano Martinez parierte in der Schlussphase noch ein paar Mal und sicherte so die weiße Weste, doch das waren keine großen Aktionen. Villa hatte die Partie komplett im Griff.

Was Unai Emery geleistet hat

Als Emery im November 2022 zu Aston Villa kam, stand der Verein auf Platz 17 der Premier League. Seine Antrittserklärung „Mein Traum ist es, einen Titel zu gewinnen“ sorgte für Verwunderung.

Man lächelte höflich. Ein Titelgewinn für Aston Villa schien in weiter Ferne.

Dreieinhalb Jahre später hat er seinen fünften Europa-League-Titel geholt. Die ersten vier gewann er mit Sevilla, drei Titel in Folge von 2014 bis 2016, dann mit Villarreal im Jahr 2021. Nun Villa. Vor dem Finale betonte er: „Ich bin in diesem Wettbewerb noch kein König.“ Jetzt ist er es, ob er will oder nicht.

Bemerkenswert ist dabei, wie er den Verein von Grund auf neu aufgebaut hat. Er führte sie aus dem Abstiegskampf in die Titelanwärterschaft, erreichte 2024 das Halbfinale der Conference League und in der vergangenen Saison das Viertelfinale der Champions League. Der Europa-League-Lauf war der nächste logische Schritt, und er meisterte ihn souverän.

Dieser Sieg ist Aston Villas vierter offizieller Europapokaltitel in der Vereinsgeschichte. Der letzte war der Europapokal der Landesmeister 1982, der heutige Champions-League-Wettbewerb. Über diese Mannschaft wird in Birmingham noch immer wie über eine Legende gesprochen. Der Mittwochabend in Istanbul hat dieser Generation ihre eigene Geschichte beschert.

Ein Wort zu Freiburg

Es wäre falsch, sie hier zu ignorieren.

Der Freiburger Verein ist kein Glamour-Club. Er investiert keine Millionen. Er hat keine Weltstars. Sein erstes Europapokalfinale erreichte er durch Organisation, Glauben und einen Trainer in Julian Schuster, der seine Mannschaft weit über die Erwartungen hinaus spielen ließ.

Sie unterlagen an diesem Abend einem besseren Team. Doch ihr Weg nach Istanbul verdient Anerkennung. Ihre Fans waren durchweg großartig, und nächste Saison werden sie über die Conference League wieder in Europa spielen.

Was das für Villa bedeutet

Der Ligapokal von 1996 war Villas letzter Titelgewinn vor dem heutigen Abend. Das ist eine lange Zeit im Fußball. Lange genug, dass eine ganze Generation von Fans aufwuchs, ohne ihren Verein jemals einen Pokal gewinnen zu sehen.

Das ändert sich jetzt.

Dreißig Jahre voller Enttäuschungen haben sie nie vom Träumen abgehalten. Dieser Satz, leicht abgewandelt, passt. Die Fans, die nach Istanbul gereist sind, die, die von Birmingham aus zugeschaut haben, die, die jede knapp verpasste Chance und jede schwierige Saison miterlebt haben – dieser Abend gehört ihnen allen.

Emery sagte vor dem Spiel, er wolle Villa in die Geschichtsbücher schreiben. Mission erfüllt. Was er als Nächstes aufbaut, ist die eigentliche Frage.

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