Geschichte geschrieben: Rayo Vallecano erreicht erstmals das Finale der Conference League
Rayo Vallecano hat nach einem bemerkenswerten europäischen Lauf zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Finale der UEFA Conference League erreicht. Dort trifft man nun in Leipzig auf Crystal Palace.
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Jahrelang galt Rayo Vallecano als einer jener Vereine, die hart kämpfen, das Publikum begeistern, aber nie wirklich weit genug kommen, um auf der größten Bühne mitzuspielen.
Nun sind sie nur noch ein Spiel davon entfernt, europäische Geschichte zu schreiben.
Rayo Vallecano steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale der UEFA Conference League, nachdem man sich im Halbfinale über zwei Spiele gegen Straßburg durchgesetzt hat.
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Im Rückspiel in Frankreich haben sie die Aufgabe gemeistert und sind unter Druck ruhig geblieben, um sich ihren Platz im Finale zu sichern, wo sie nun am 27. Mai in Leipzig auf Crystal Palace treffen werden.
Was diesen Lauf noch beeindruckender macht, ist, wie unerwartet er gekommen ist.
Dies ist kein Verein mit dem größten Budget in Spanien. Er ist auch nicht mit Superstar-Namen gespickt. Tatsächlich war ein Grund, warum viele Menschen über die Jahre an ihnen gezweifelt haben, dass sie oft mit mangelnder Kadertiefe, Verletzungen und Unbeständigkeit in wichtigen Momenten der Saison zu kämpfen hatten.
Selbst in dieser europäischen Saison verlief nicht immer alles reibungslos. Flügelspieler Ilias Akhomach zog sich während der Vorbereitungen auf das Halbfinale eine Verletzung zu, was vor dem Anpfiff gegen Straßburg zu Umstellungen zwang. Doch anstatt auseinanderzufallen, passte sich die Mannschaft erneut an, genau wie sie es während des gesamten Wettbewerbs getan hat.
Trainer Íñigo Pérez verdient dafür großes Lob.
Unter ihm hat Rayo furchtlosen Fußball gespielt. Sie üben hohen Druck aus, lassen den Ball schnell laufen und wirken selbst gegen größere Vereine nie wirklich eingeschüchtert. Diese Einstellung half ihnen, auf dem Weg ins Finale Teams wie AEK Athen und Straßburg auszuschalten.
Spieler wie Augusto Batalla, Isi Palazón und Alemão haben ebenfalls in den richtigen Momenten ihre Leistung gesteigert. Batallas späte Parade eines Elfmeters in Frankreich wurde schließlich zu einem der entscheidenden Momente ihrer Saison.
Nun steht ihnen die bislang größte Bewährungsprobe bevor.
Crystal Palace geht mit mehr Premier-League-Qualität, mehr Erfahrung gegen hochkarätige Gegner und einem insgesamt wohl stärkeren Kader ins Finale. Palace geht zudem voller Selbstvertrauen in die Partie, nachdem man Shakhtar Donetsk ausgeschaltet hat und damit das eigene erste europäische Finale erreicht hat.
Dennoch wäre es ein Fehler, Rayo jetzt schon abzuschreiben.
Diese Mannschaft hat die gesamte Saison damit verbracht, ihre Kritiker Lügen zu strafen. Sie haben vielleicht nicht die größten Namen oder das größte Budget, aber sie haben während dieses gesamten europäischen Laufs Organisation, Kampfgeist und Selbstvertrauen bewiesen.
Und nun, mit nur noch einem Spiel vor sich, hat ein Verein, der jahrelang darum kämpfte, in Spanien überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben, plötzlich die Chance, einen europäischen Pokal in die Höhe zu stemmen.